In der Vergangenheit haben wir beide unter Arbeitskollegen nachgefragt, wer etwas an Wohnzimmermöbeln abzugeben hat. Da kam Ruby ins Spiel, unser weiblicher Techniker vom Hotel. Sie sagte, dass sie 3 Sessel hat, die sie nicht mehr benötigt. 3 Tage später kam sie mit diesen Möbeln zu uns. Jorrit war zu Hause um die Lieferung anzunehmen. Ich war zu diesem Zeitpunkt auf der Arbeit. Am späten Nachmittag bekam ich eine SMS von Jorrit. Es klang nicht sehr begeistert, was er mir schrieb. Meine Neugier stieg und ich konnte es kaum abwarten, Feierabend zu machen und nach Hause zu fahren.
Als ich dann zu Hause angekommen war und ich die 3 Sessel gesehen habe wurde mir klar, warum Jorrit weiter in seinem Plastikstuhl sass. Diese 3 Möbelstücke waren dermassen ecklig und versifft - ahhhrrrgggg !!!! Ich kann gar nicht beschreiben, wie abartig die waren. Jeder sah anderes aus, aber alle hatten einen antiken Stich. Der eine hatte eine helle Farbe und man sah an den Armlehnen wie sich der Dreck wie ein Belag von vorn nach hinten zog. Wir beschlossen, dass wir die Möbel wieder los werden müssten - so schnell wie möglich.
Im Hotel dankte ich Ruby - ich sagte ihr aber auch, dass wir diese Möbel nicht behalten werden.
Daraus haben wir gelernt, dass wir erst die Möbel anschauen sollten, bevor wir jemanden das ok geben, diese zu uns zu bringen. Wer hätte denn auch gedacht, dass man uns solchen Müll andreht. Wer aber Ruby kennt weiss, dass sie es gut mit uns gemeint hat.
Ca. 2 Wochen später bekam Jorrit die Information von unserem HR Director, dass eine tolle Ledercouch in ihrer Strasse liegt. Damit begann das Peinlichste & Unangenehmste was ich jeh in meinem Leben gemacht habe:
Wir beschlossen mal vorbei zu fahren und uns die Couch anzusehen.
Später an diesem Abend haben wir uns dann beide über die Couch hergemacht und wie wild das schöne schwarze Lederstück geputzt. Wir haben sogar eine DVD ausgeliehen um das neue Möbelstück einzuweihen. Es machte sich wirklich gut in unserem Wohnzimmer. Wir haben uns beide echt gefreut - obwohl der Gedanke da war, dass dieses Möbelstück gerade von der Strasse geholt wurde.
Wir haben es uns dann gemütlich gemacht, die DVD eingelegt und ein Bier geöffnet. Nach 20 Minuten, der Film fing gerade an spannend zu werden, spürrte ich einen kleinen Schmerz an meinem Arm. Da hatte mich doch tatsächlich etwas gebissen! Wir beide sprungen auf und beobachteten kleine Lebewesen auf unserer "neuen" Couch! Wie abartig war das denn??? Jorrit holte das Insekten-Killer-Spray heraus und die ganze Couch wurde damit eingesprüht. Unsere Plastikstühle wurden wieder hervor geholt und wir haben dann (sehr enttäuscht) den Film zu Ende geguckt.
Als wir nach zwei Tagen merkten, dass die kleinen Biester nicht tot zu kriegen sind haben wir die Couch auf den Balkon verbannt. Solange, bis der nächste Sperrmüll-Abtransport in unsere Region kommt. Das müsste Ende Juli der Fall sein...
Ein Möbelstück von der Strasse zu holen, fühlt sich schon sehr erniedrigend an. Wir beide dachten uns aber, warum Unmengen an Geld für Möbel ausgeben, wenn die Zeit, die wir hier verbringen nur noch auf ein knappes Jahr begrenzt ist. Ich schaue mich jetzt bei eBay nach einer Couch um. Nie wieder Möbel von der Strasse...nie wieder!!!
NACHTRAG - 20.07.2007
Zum Beginn dieser Woche hatten wir eine Information von der Objektverwaltung an unserer Tür.
Der Sperrmöbelabtransport kommt endlich. Die Tage mit Couch auf dem Balkon sind gezählt.
Nachdem heute Jorrit heute Abend von der Arbeit nach Hause kam haben wir die Couch von unserem Balkon aus durch das Apartment getragen bis vor die Tür. Anschliessend habe ich mein Auto vorgefahren und wir haben die Couch über dem Kofferraum platziert.
Langsam bin ich dann mit der Couch im Nacken bis zu den Mülltonnen gefahren. Dort war die Couch schnell von der Kofferraumhaube heruntergeschoben.
Das Ende des Kapitels "Couch" ist gekommen - da lag sie nun, dieses piece of shit!
Ruhe in Frieden mit all den kleinen Biestern!
