28. Sep 2006: Der erste Tag

Heute bin ich um 10:00 wach geworden. Ich lag im Bett und fragte mich: „Was mache ich hier eigentlich!“ Bin quer durch das Zimmer gelaufen, habe aus dem Fenster geguckt und die Palmen auf dem Parkplatz bewundert und bin dann wieder zurück ins Bett. Am liebsten hätte ich mich in irgendeiner Ecke verkrochen, aber ich mußte mich dann irgendwann heute an der Rezeption melden, um noch einmal eine Hausführung zu bekommen, ein paar Unterlagen zu unterschreiben und auch meine Social Secruity Number zu beantragen.

Also packte ich erst einmal meinen Koffer aus und duschte. Dann nahm ich allen Mut zusammen und bin runter zur Rezeption: „Hi, my name is Nico. I´m the new J1 and i´m looking for Susan.“ -> “Oh, that´s nice. Hi Nico. Nice to meet you!” . . . und so ging das dann ca. 1 Stunde quer durch das Hotel. Ich habe mir so gut wie keinen Namen behalten können. So viele Gesichter und so viele Namen. Aber es ist ein sehr schönes Hotel. Es gibt in der obersten Etage (9.) einen Außenpool mit angrenzendem Fitnessbereich und einem Blick über die Stadt. Soviel zum Thema Hausführung:
Aussenansicht des "Sheraton Suites Plantation"

Lobby

Restaurant

Hotelbar

Suite - Wohnraum

Suite - Schlafraum

Suite - Badezimmer

Pool

Workout - Room

Gegen 15:00 Uhr lernte ich dann Susanne kennen. Eine Deutsche aus Mainz, ebenfalls ein J1-Visa-Trainee. Sie hat frei, ist aber ins Hotel gekommen um mit mir zusammen die Social Security Number zu beantragen. Ohne diese Nummer darf ich eigentlich nicht in den USA arbeiten. Da die Bearbeitungsdauer bis zu 6 Wochen dauern kann, sollte das heute das Allererste sein, was erledigt werden muss. (Das Hotel wird mir dann in der Zwischenzeit eine "fake"-Nummer zuteilen, so dass ich in den nächsten Tagen schon mit der Arbeit beginnen kann.)
Mit ihrem Auto sind wir dann zur Social Security Beantragungsstelle gefahren, welche bis 15:30 Uhr offen hatte. Wir waren um 15:35 Uhr dort. Das war dann knapp daneben. Also werden wir wohl am Montag noch einmal wiederkommen.
Dann hat sie vorgeschlagen, ein Bankkonto zu eröffnen. Eine weitere lebensnotwendige Sache, die heutzutage jeder haben sollte. Nun habe ich also ein Konto bei der „Bank of America“.
Nachdem das erledigt war, wobei Susanne die meiste Zeit mit dem Berater der Bank gesprochen hat, sind wir dann zu ihr nach Hause gefahren. Sie wohnt in einem Apartment-Komplex nur ca. 5 min vom Hotel entfernt. (Miete, 45m²: 920.00 USD) Dort habe ich ihren Freund Jan kennen gelernt. Ebenfalls ein Deutscher aus Mainz, ebenfalls J1-Visa-Trainee. Beide haben zum gleichen Zeitpunkt hier angefangen, beide werden Ende März nächsten Jahres wieder nach Deutschland zurückkehren. Beide sind wirklich nett und unheimlich hilfsbereit. Ins Auto haben wir dann Strandklamotten eingepackt und sind zum Strand von Fort Lauderdale gefahren. Vorbei an unzähligen Fast Food Restaurants, über Brücken und vorbei an etlichen Wassereinmündungen, in denen die Jachten der Superreichen ein Hause haben. Ich kam mir vor wie im Film.
Der Strand ist Kilometer lang, gesäumt mit Palmen. Man könnte von Fort Lauderdale bis Miami nur am Strand entlang laufen. Das Wasser ist unheimlich klar, noch sehr warm und fliegende Pelikane stürzen sich vor dir fast senkrecht ins Wasser um Fische zu fangen.

Susanne & ich am Strand von Fort Lauderdale

Jan & Susanne

Auf dem Rückweg haben wir dann kurz gehalten um Pizza zu essen. (Übrigens war es das Erste, was ich heute gegessen habe!) Ich bestellte eine mit BBQ Sauce und Chicken belegte Pizza. Sehr interessant – aber lecker!
Zurück im Hotel: auf dem Zimmer sitze ich nun und schreibe diesen Bericht und frage mich, wovor ich heute Morgen Angst hatte. Der erste Tag war sehr schön und angenehm aufregend. Ich fühle mich wie im Urlaub. Und wie mir Jan und Susanne bestätigten, fühlt man sich auch nach einem Jahr oftmals noch so, als wäre man im Urlaub – bis man dann realisiert, dass man hier arbeitet und wohnt.
Bis ich das realisiere wird bestimmt noch eine Weile vergehen...