08. Jan 2007: Die Euphorie ist vorbei...

Nachdem ich Anfang Oktober die lange Reise von Deutschland nach Florida gut überstanden und alles geschafft hatte, war man erst total überwältig von alledem, was man hier sieht und in den ersten Tagen erlebt…..angefangen von einem tollen Hotel, einer überragenden Unterkunft in einer der Suiten, die Palmen, das Wetter, die Sprache, die Autos, die Supermärkte, einfach ALLES.

Jedoch, merkt man doch sehr schnell dass es auch hier einen gewissen Alltag gibt mit dem man klarkommen muss. Ich weiß heute gar nicht so recht, was ich von dem Land & dem Hotel im Vorfeld erwartet habe. Ich weiß nur ganz genau, dass ich weg wollte von dem stressigen Alltag in Hotel. Die lange Arbeitszeit Tag für Tag. Und die dadurch nicht so richtig aufkommende Zeit für ein Privatleben. Ich bin doch jung und ich kann bestimmt den Job den ich hatte auch noch in 5 Jahren machen. Zumal ich dann immer noch knapp 30 Jahre mit arbeiten verbringen darf…..

Also erstmal weg und was erleben……

Nun bin ich hier. Es gibt von einem 24 Stunden Tag soviel zu erzählen, dass ich es besser aufteilen sollte:

JOB:
Ich muss sagen, dass ich zu Beginn echte Schwierigkeiten hatte, mich an das Arbeiten zu gewöhnen. Immer und immer wieder musste ich an meinen Job in Berlin zurück denken. Ich hatte eine Arbeitswoche von Montag – Freitag. Ich konnte mir meine Arbeitszeit von Anfang bis Ende fast frei einteilen. Hatte meinen Schreibtisch und konnte bequem sitzen. Und nicht zu vergessen ein erstklassiges Team. Doch das für mich mit Wichtigste: ich hatte Verantwortung!
Und wie ist es hier?: Ich stehe wieder an der Rezeption, arbeite in Schichten (auch am Wochenende). Und was das Schlimmste an allem ist: Die amerikanischen Gäste! Wer hätte das gedacht???
Zu meiner Zeit in Franfurt (Main) hatte ich schon eine echt harte Zeit mit dem anstrengenden Publikum. Aber die Amis übertreffen alles!! Überstunden muss man nicht machen, dafür ist man nach 8 Stunden fertig für die Klapse! Man kann sich nicht vorstellen, wie und für was den Gästen alles buchstäblich in den Arsch geschoben wird. 95% der „Beschwerden“ sind total lächerlich, dass ich oft einfach nur ratlos vor dem Gast stehe, weil mir dazu nichts mehr einfällt. Was sagt man zu einem, der gerade sein Zimmer bezogen hat und kurze Zeit später wieder vor einem steht, und den Wunsch hat das Zimmer zu wechseln, weil das Bett auf der verkehrten Seite steht? Oder zu jemanden, der sich beschwert, weil er die ganz Nacht nicht schlafen konnte, weil das kleine grüne blinkende Licht des Feuermelders auf den Gast wirkte wie ein Stroboskop? Oder ein anderer, der nicht fähig war zu schlafen, weil die Matratze angeblich ein 1,5cm großes Loch hat, welches jedoch durch mindestens eine Decke und ein Lacken abgedeckt ist. Wie kann man so was merken, geschweige dann die ganze Nacht nicht schlafen können? Und wieder ein anderer, der beim Bestellen eines Weckrufes „nebenbei“ bemerkt, dass er am vergangenen Morgen 2 Minuten zu früh geweckt worden ist. Oder die Frau, die in Tränen am Telefon ausgebrochen ist, weil ihr Zimmer nicht auf der gleichen Etage untergebracht werden konnte, wie die anderen Mitglieder einer größeren Gruppe. Was soll man dazu noch sagen??? Jetzt könnte ich drüber lachen, aber morgen steht wieder einer dieser Idioten vor mir und den muss ich dann auch noch ernst nehmen. Das ist echt hart … wirklich hart an der Grenze eines gesunden Menschenverstandes!!!!
Was ich noch erwähnen möchte: Ich habe noch nie so viele unfreundliche Gäste erlebt, wie es jeden Tag im Hotel passiert. Man stelle sich vor ich bin im Gespräch mit einem Gast und dann kommt plötzlich eine dritte fremde Person dazu und fordert: „Ich brauche Wechselgeld!“ oder „Wo kann ich heute Abend essen gehen?“ – oder die laufen an der Rezeption vorbei ca. 10 Meter entfernt und schreien: „Hey, wo sind die Toiletten?“. Das ist so unhöflich und ich ertappe mich immer häufiger dabei, wie ich meine Hand zu einer Faust balle! Irgendwann, Irgendwann…..wird diese Faust sichtbar für diese Person!
Wie auch immer, in den ersten Wochen hatte ich eine verdammt schwierige Zeit mich mit diesem Job abzufinden. Schließlich war ich für mich selbst der Meinung, den Front Desk und damit die Arbeit direkt am Gast an der Rezeption lange hinter mir gelassen zu haben. Aber dem ist hier nicht so. Also kontaktierte ich meinen Sponsor, die Agentur, die mir behilflich war, die Stelle in den USA und das VISA zu bekommen. Es folgten zwei Gespräche mit der Personalabteilung, bei denen ich meine Demotivation und meine Frustration zum Ausdruck gebracht habe. Ich habe gefragt, ob ich nicht in ein anderes Hotel wechseln kann. Ich träumte von einem Haus der Kette, bei der ich immerhin 10 Jahre in Deutschland beschäftigt war. Denn ich habe auch gemerkt, dass ich absolut nicht der Typ bin, der in einem 5***** Haus mit direktem Gästekontakt arbeiten kann. Da gibt es doch ein Express by Holiday Inn gerade die Strasse runter….aber der Traum zerplatzte sehr schnell. Ein Transfer ist nicht möglich, da das Visum an das Hotel geknüpft ist. Schade aber auch…….wäre ja auch zu schön gewesen, wenn das geklappt hätte. Aber sie wollen versuchen, mir ein paar „verantwortungsvollere“ Aufgaben zuzuweisen. Ich bin nun berechtigt für VIP Gruppen die Zimmer vorzublocken. Ist das nicht toll? (Als ob ich das als Reservierungsleiter in Frankfurt und Berlin nicht schon mehr als 3 Jahre lang gemacht hätte….)

Schon nach den ersten Wochen war mir klar, dieses Programm ist nicht geeignet für mich. Wenn jemand frisch aus der Ausbildung in der Hotellerie kommt und dann entscheidet: „OK, ich gehe mal nach Amerika und mache dort ein Karriere Programm!“ – dann ist das was ich hier gerade durchmache genau das Richtige. Aber ich fühle mich total unterfordert und völlig fehl platziert.

Für mich heißt es nun: entweder Koffer packen und nach Hause fliegen oder durchhalten und kämpfen! Da ich noch immer in Florida bin, habe ich mich fürs kämpfen entschieden. Ich sehe alles (leider) mittlerweile nur noch als Job an. Die Leidenschaft an dieser Arbeit ist komplett weg. Das Lächeln ist krampfhaft und schon längst nicht mehr ernst gemeint. Es macht einfach keinen Spaß. Ich mache halt das, was mir gesagt und von mir verlangt wird (…bis zu einer bestimmten Grenze) und mehr nicht. Ich habe einen ganz tollen Satz, der sehr gut auf meine Arbeit in diesem Hotel passt: I do care about nothing!

Aber je länger ich in diesem Hotel mit dieser Arbeit durchhalte, umso besser werde ich mich fühlen, wenn alles vorbei ist. Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, ob ich die 18 Monate vollenden werde. Denn neben den 8 Stunden Arbeitskampf jeden Tag geht der Kampf danach weiter…..


APPARTEMENT:
Mit den Gedanken zurück in Deutschland, erinnere ich mich an folgende häufig gestellte Frage: „Wie machst du das dann mit der Unterkunft?“ Klare Frage, klare Antwort: „Ich suche mir eine Wohngemeinschaft. Irgendwie geht das schon.“
Hätte ich mir jemals wirklich Gedanken darum gemacht, dann hätte mir klar werden müssen, dass ich nicht unbedingt der Typ bin, der zu fremden Leuten in die Wohnung zieht.
Mal völlig ernst: Die Wohnung ist echt schön und meine Mitbewohner auch wirklich total in Ordnung (wenn die nicht nur immer spanisch sprechen würden), die Lage zur Arbeit perfekt, die Palmen direkt vor der Tür und die Miete von 550.00 USD pro Monat für mein Zimmerchen & eigenem Badezimmer echt ok.
Aber wie mache ich es mir selber klar, dass ich keine eigene Wohnung mehr habe, in der ich tun und lassen kann was ich will. Ich habe mich bis heute nicht damit anfreunden können, deren Küche zu benutzen. Nur der Weg zum Kühlschrank ist mir vertraut. Irgendwie muss ich ja an meine kalte Cola kommen bei den Temperaturen hier.
Aber immer häufiger kommt dann ziemlicher Missmut auf über den jetzigen Lebensstandart. Man hat in Deutschland jahrelang hart gearbeitet und sich seine Möbel und alles andere fast vom Essen abgespart und dann verkloppt man alles innerhalb von zwei Wochen einfach so, geht mal eben nach Amerika und was hat man hier?: ein kleines Zimmer, ein Tisch, ein Stuhl, ein TV und das Beste überhaupt ein Airbett – ich schlafe auf einer bessere Luftmatratze. Das nervt mich schon etwas an! Aber wiederum auf der anderen Seite braucht man am Anfang etwas worauf man einigermaßen gut schlafen kann. Und wenn man nicht weiß, wie lange man bleibt, oder sich vor Augen führt, dass es für max. für 18 Monate sein soll, warum dann Unmengen an Kohle ausgeben? Wofür?

Kann sich einer da draußen vorstellen, wie es mir geht? Ich sage nur, auch das ist ein Kampf, wenn man schon mal nahezu alles hatte und jetzt komplett von NULL anfängt. So hart hätte ich mir das nicht vorgestellt!


BEQUEMLICHKEIT
Zwischen Arbeit und Wohnung ist da auch noch ein Weg, der tagtäglich überwunden werden muss. Kann man sich vorstellen, wie es ist, wenn man sich auf keine öffentlichen Verkehrsmittel verlassen kann? Was schreibe ich denn hier? „Öffentliche Verkehrsmittel“? Es gibt lediglich einen Bus, der fährt wann er will. Es gibt an den Haltestellen keinen Aushang mit Abfahrtzeiten. Entweder man hat Glück und er kommt in den nächsten 5 Minuten oder man wartet eine Stunde. U- oder S-Bahn gibt es hier nicht. Einmal bin ich mit dem Bus gefahren. Gott sei Dank war ich nicht allein unterwegs. Wäre ich allein gewesen, dann wäre ich vorn rein und hinten wieder raus. Da sitzen die Leute drin, die man in Deutschland nur aus dem Fernsehen kennt….würde mich nicht wundern, wenn die eine Knarre unter ihren langen weiten T-Shirts haben. Tja, ich bin halt nicht der Mutigste und man soll sein Glück ja nicht herausfordern. Also kaufte ich mir ein Fahrrad. Das geht alles wunderbar, solange es nicht regnet. (Wenn es hier mal regnet – dann regnet es aber richtig. Innerhalb kurzer Zeit werden die Strassen zu reißenden Flüssen.) Ich habe es bisher 3 mal geschafft, bei meinem 7 minütigen Weg zum Hotel, nass bis auf die Haut anzukommen. Da ist der Tag ruiniert und die Frisur auch.
Eigentlich passt man sich seinem Lebensumfeld ja von selber irgendwie immer an. Die Amerikaner jedenfalls sind wahrscheinlich die bequemsten Menschen auf diesem Planeten. Irgendwie möchte ich auch gern etwas mehr Bequemlichkeit, aber das gestaltet sich etwa schwierig, wenn man zu Supermarkt fährt und dann dort nur die Mega-Packungen an Cola und Milch (je 2 Liter) zu kaufen bekommt. Wenn man dann 2 Fl. Cola und eine Milch am Fahrradlenker transportiert, wie soll man da das Gleichgewicht halten oder bequem wirken?? Und obendrein komme ich mir immer sehr komisch vor, zumal ich der Einzige bin, der hier Fahrrad fährt! Nochetwas zur Bequemlichkeit -> es geht vor dem Supermarkt los: Jeder möchte gern in den ersten 5 Parklots stehen um nicht soweit zum Eingang laufen zu müssen. Dann wird gern mal 5 Minuten direkt im Weg geparkt und gewartet, dass ein anderes Auto losfährt, als einen der hinteren Parklots zu nutzen. Den Einkaufswagen müssen alle hier noch selber schieben, die Tüten werden an der Kasse für einen direkt eingepackt und am Ende, nach Verladung des gesamten Einkaufsguts in den eigenen PKW, bleibt der Einkaufswagen dort stehen, wo er steht. Es gibt unzählige Leute die rumlaufen und Einkaufswagen von der letzten hinteren Ecke wieder einsammeln. Warum packen die nicht einfach eine Dollarmünze in den Wagen? (Ach ja, die gibt es hier ja nicht!) Das ist nur ein Bespiel….davon gibt es noch vielmehr!!!


SPRACHE
Ja, deswegen bin ich hier. Ich möchte Englisch lernen. Ich dachte eigentlich, dass was ich an Kenntnissen habe, würde reichen. Vorerst ja, aber nach einem Tag war auch schon Schluss damit. Irgendwie ist dieses englisch hier so gar nicht das, was man in der Schule gelernt hat oder was ich aus der Praxis im Hotelleben bisher mitnehmen konnte. Und das stellt mich jeden Tag aufs Neue immer wieder vor Riesen Herausforderungen (jedenfalls kommt es mir so vor!). Jeden Tag lerne ich neue Begriffe, Umgangssprache oder sonstige Wörter, von denen es selbst oft schwer ist selbst die Erklärung oder Umschreibung für dieses Wort zu verstehen. Da hilft oft auch nicht der Zusammenhang aus dem Satz vorher. Und ich weiß, bis jetzt habe ich gerade mal einen Bruchteil von dem mitbekommen, um sich am Ende einigermaßen fließend auf Englisch über Sachen zu unterhalten, die nicht gerade einen Hotel check in oder check out betreffen. Da habe ich doch nun schon mehr als einmal einen Milchkaffee bei Starbucks bestellt und war mir eigentlich völlig sicher, die Betonung der Wörter nun drauf zu haben. Ich sagte lediglich zwei Wörter: „Grande Latté“ und ich werde gefragt woher ich komme! Das ist frustrierend.

Ich gebe ehrlich zu, dass das ständige Nachgefrage der Leute hier und die Bitte das Gesagte noch einmal zu wiederholen wirklich anstrengend ist. Das führt irgendwann soweit, dass man jeglichen Kontakt meidet! Man denkt sich, warum was versuchen zu sagen, wenn die mich sowieso nicht verstehen und ich die erst recht nicht. Das führte dazu, dass ich mehr als 3 Wochen gebraucht habe, bis ich mich getraut habe in ein Fitnessstudio zu gehen….so mit Vertrag machen und alles drum herum. Hat schließlich geklappt, bin jetzt Mitglied seit 4 Wochen, war aber noch nicht wirklich oft dort. (Das nur mal kurz am Rande.)
Oder ich stehe am Flughafen, auf dem Weg nach Atlanta um dort eine Freundin zu besuchen und den Jahreswechsel zu feiern. Da stehe ich so vor einen Self-Check-In Schalter und checke mich selbst ein. Jeder andere Reisende an den insgesamt 12 Terminals bekommt einen Ausdruck, nur ich nicht! Warum muss mir das passieren? Wo finde ich jetzt jemanden, der das wieder gerade biegt und vor allem: Wie mache ich dem das klar, was ich will?!
Oder man steht in einer Schlange an der Kinokasse, 6 Leute vor einem. Alle bekommen ihre Karten ohne Zwischenfälle. Ich bestelle die Karten und der Typ hinter der Scheibe holt plötzlich sein Walky Talky aus der Tasche und fängt an wild in das Ding zu labern. Und wenn man dann nicht versteht, was der spricht – da schießen einen wie wild die Gedanken durch den Kopf und man fragt sich wieder: „Warum muss mir das jetzt passieren?“ (Die Vorstellung war ausverkauft!)

Es sind so die kleinen alltäglichen Dinge im Leben, die es mir hier obendrein noch etwas schwieriger machen. Denn ob man es glaubt oder nicht, hier klappt wirklich nichts beim ersten Mal!!!

FAZIT
Wenn ich mir den geschrieben Text so durchlese, dann könnte ich fast denken, mir gefällt es hier nicht. Oder was mache ich hier eigentlich noch? Warum nicht zurück nach Hause?
Zurück dahin, wo man weiß, welche Lebensmittel man kaufen kann, um nicht so fett zu werden, wie viele andere hier. Oder wo man weiß, wie es in der Bank funktioniert um an sein Geld zu kommen. Wo man einfach nur dumm Fernsehen gucken kann und alles versteht worum es geht, ohne sich konzentrieren zu müssen. Oder dort hin zurück, wo die Familie und die Freunde sind – die ich unheimlich vermisse!

Aber NEIN ! – soweit bin ich noch nicht. Auch wenn es sich alles oberhalb dieser Zeile sehr negativ anhört, mir gefällt es hier schon sehr. Und das liegt einfach an dem Wetter, die Palmen, der Strand und das Wissen, dass es hier noch so viele schöne Sachen zu sehen und zu erleben gibt.

Dieses Gefühl ist so stark, dass ich mich nun fest dazu entschlossen habe, ein Auto zu kaufen. Dafür werden wohl zwischen 2000.00 – 2500.00 USD fällig plus Versicherung und Kennzeichen. Aber das ist mir egal. Ich bin jetzt hier und jetzt will ich auch was erleben. Die ersten 3 Monate gingen schon so schnell um……

Morgen früh hole ich ein Auto von einer Autovermietung ab. Ich habe es gemietet um herumfahren zu können und einen passenden Wagen für mich zu finden. Zeit habe ich bis Freitag. Dann geht der Leihwagen wieder zurück. Ich bin mal gespannt vor welche Herausforderungen mich das wieder stellen wird. Könnte gut sein dass ich spätestens am Mittwoch total frustriert in meinem Zimmer auf meiner Luftmatzrate sitze und nach Hause will……. J

In den letzten 3 Monaten habe ich nicht wirklich viel von Florida gesehen, als den Weg vom Appartement zum Hotel und wieder zurück. Nur mit einem Fahrrad ist das alles etwas schwierig hier. Aber wenn ich die nächste Hürde genommen habe, mein eigenes Auto dann vor der Tür steht, dann geht das Leben hier richtig los (hoffe ich!). Dann werde ich, wenn immer ich die Zeit dazu habe, quer durch das Land fahren. Des Öfteren auch mal zum Strand und dort joggen gehen. Das was ich immer machen wollte…..
Ich glaube, so schlecht der Job hier auch ist und so frustrierend das alles auch sein kann, wenn ich am Strand sitze und auf das Meer hinausblicke und im Rücken eine Palme steht…..dann ist die Welt wieder in Ordnung.

…..und wenn ich dann irgendwann den Strand nicht mehr sehen kann, oder er nicht mehr die Wirkung auf mich hat, wie es Gegenwärtig der Fall ist, dann komme ich halt zurück nach Hause, zurück ins geliebte Deutschland!

Hier noch ein paar Sachen, die hier außerdem noch echt angenehm sind:
Abgesehen von den teuren Mieten sind die Lebenserhaltungskosten echt niedrig. Zum Beispiel macht man hier einen ganzen Autotank voll für schlappe 20 Dollar. Ich habe mehr als 80 TV Kanäle, auf denen zu jeden Tageszeit irgendwas läuft, was man gern guckt: angefangen von allen Sitcoms die man sich vorstellen kann (Friends und Sex and the City 7 Tage die Woche) oder abgefahrene Spielshows, oder die Vielzahl an Filmen. Wenn du den Film um 20.00 Uhr verpasst hast, kein Problem: direkt im Anschluss kommt der gleiche Film noch einmal. Riesige Einkaufsgeschäfte mit unter anderem Abercrombie & Fitch Geschäfte. Dazu immer mal wieder große Sale-Aktionen mit 20% / 30% bis sogar 70% Discount. Hier wird shopping RIESENGROSS geschrieben. (Ich glaube das ist die Lieblingsbeschäftigung der Amis neben Burger essen). Ja, die Burger…….ich habe zugenommen. Man kann mit dem Auto rechts abbiegen, obwohl die Ampel rot zeigt. Auf dem Highway wird rechts und links überholt – und keinen stört´s. Rechts vor Links gibt es nicht: Wer zuerst an der Kreuzung ist, darf als erster fahren. New York ist nur 2 Flugstunden entfernt, Los Angeles nur 4 Stunden. Hatte ich die Burger schon erwähnt? 24-hour-Supermärkte & Fitnessstudios (naja, wenn man sie nutzt)……

Zum Abschluss möchte ich noch eine Frage beantworten, ob ich schon ein paar Leute kennen gelernt habe?: Nein, leider nicht wirklich. Also neben den Arbeitskollegen und meinen Mitbewohnern gibt es nur eine Person. Sie heißt J.-Ann und ist knapp 52 Jahre alt. Sie arbeitet Teilzeit in meinem Post Office. Wir haben uns sozusagen schon angefreundet, da ich mindestens alle zwei Tage einmal dort bin. Ein Bild von ihrer Tochter aus Orlando in ihrem Hochzeitskleid habe ich schon gesehen und ich weiß, dass sie bereits 3 mal verheiratet war und nun die Schnauze voll hat von Männern. Ich mag sie.