Nachdem der gestrige Tag im Schlaf verdaut worden war, sind Sarah und ich gegen 08:30 Uhr aufgestanden. Heute wollten wir noch einmal den Weg antreten und versuchen nach Key Largo zu kommen. Bevor wir aber Richtung Highway fuhren, mussten wir erst einmal frühstücken. Bei leckerem Kaffee und einem Bagel genossen wir die zunehmend immer wärmer werdende Sonne auf der Terrasse vom „Einstein Bros.“
Ein wenig später saßen wir im Auto wieder Richtung Süden, vorbei an Miami, auch vorbei an der gestrigen Unglücksstelle bis hin zum Ende der I-95. Bisher alles ohne Zwischenfälle. Weiter ging es dann auf der US-1. Diese Strasse geht bis nach Key West, dem südlichsten Teil der USA. Da es sich hierbei um eine Landstrasse handelt, haben wir uns entschlossen noch einmal auf einen Highway zu wechseln: dem Florida Turnpike. Dieser Highway ist streckenweise privat und deshalb befindet sich auch all 4 – 8 Miles eine Toll Stelle, an der man zahlen muss. Bei Homestead endet der Turnpike und man wechselt automatisch wieder auf die US-1. Nun waren es nur noch knapp 40 Minuten und wir erreichten die erste große Insel der Keys: Key Largo.
Wir wussten nicht genau, was wir machen sollten, nachdem wir Key Largo erreichten. Uns schwebte baden gehen, am Strand liegen und etwas essen im Kopf herum. Doch kaum angekommen, wurde uns von riesigen Werbeplakaten am Straßenrand schon bewusst gemacht, dass einfach nur baden gehen langweilig sein wird. Angefangen von schwimmen mit Delphinen, fahren mit einem Glasboden-Boot über ein Riff, Tauchen oder Schnorcheln.
(Hier haben wir unseren Schnorchel-Trip gebucht.) (Der Ort, an dem wir "lecker" zu Mittag gegessen haben.)
Wir fuhren dann noch mit dem Auto etwas auf der Insel herum, hielten an einem Supermarkt und schließlich auch an einem Holiday Inn Hotel, um uns für unseren Schnorcheltrip umzuziehen.
Am Treffpunkt für den Schnorchelausflug angekommen, warteten dort schon mehrere Personen. Am Ende waren es bestimmt 15 weitere Personen die mit uns die faszinierende Unterwasserwelt erkunden wollten. Die „Sundiver III“ legte pünktlich ab, vorbei an den Häusern und Yachten der Inselbewohner bis hin zum offenen Ozean.
(Blick von der "Sundiver III" auf den Kanalweg durch Key Largo)
(Vorbei an den schönen Häusern und teuren Yachten)
Die Geschwindigkeit erhöhte sich sehr schnell und schneller als man sich umsehen konnte, war das Festland am Horizont verschwunden und wir befanden uns auf offener See. Die Fahrt dauerte ungefähr 50 Minuten dann sahen wir schon so langsam türkisfarbenes Wasser. Am Riff angekommen wurden uns die Regeln des Schnorchels, Umgang mit der Taucherbrille und die Richtige Verhaltensweise im Wasser nahe gebracht.
Nun ging es daran, die Flossen anzuziehen und die Taucherbrille aufzusetzen und rein ins Wasser.
(In Vorbereitung)
Zu Beginn war es schon eine Umstellung, nicht mehr durch die Nase zu atmen, aber das ungewohnte Gefühl war schnell verdrängt, nachdem man das sah, was sich unter dem Wasserspiegel abspielte. Angefangen von Seegras, welches sich immer wieder langsam hin und her bewegte. Kleine Fische, sogar kleinere Fischschwärme, die sich direkt vor der Taucherbrille befanden. Bis man dann durch schwimmen am eigentlichen Riff angekommen war.
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Ein farbenfrohes Felsengebirge unter Wasser tat sich auf, merkwürdige Pflanzen und immer mal wieder Fische, kleine aber auch größere, die meinen Weg kreuzten. Teilweise ging das Gestein bis hoch an die Wasseroberfläche, dass sich daran die Wellen brachen. Die Strömung war nicht so leicht zu bewältigen und immer wieder hatte ich im Kopf: „Berühre nicht das Riff, denn dadurch könntest du es verletzten oder es verletzt dich!“ Und doch war ich neugierig, was sich wohl hinter diesem oder jenem Stein befand. Bis ich 3 Mal in die brenzliche Lage geraten bin, fast das Riff berührt zu haben. Denn durch die Strömung, man glaubt es kaum, kann dies schnell passieren. Ohne das man sich versieht, ist plötzlich um einen herum nur noch Gestein & Pflanzen und alles kommt mit jedem Flossenschlag immer näher. In welche Richtung muss ich jetzt schwimmen, damit mich die nächste Welle nicht direkt an einen Stein des Riffs treibt? Das war schon sehr, sehr aufregend und ich wünschte mir spätestens als die beiden komisch bunten runden aber doch irgendwie flachen Fische vor meiner Brille her schwammen, eine Unterwasserkamera zu haben. Bunt, schön anzusehen aber doch irgendwie komisch sahen die aus. Ich habe noch nie solche Fische gesehen. Die Kamera wird bestimmt beim nächsten Mal dabei sein.

Nach gut einer Stunde und ganz schrumpeligen Händen war dann Zeit zurück auf das Boot zu kehren. Plötzlich war es hundekalt. Das Boot erreichte auf der Rücktour wieder Höchstgeschwindigkeiten, der Wind zog über die nassen Klamotten……ohh habe ich gefroren und Sarah auch. Der Sonne entgegen fahrend und in Gedanken versunken, bemerkte ich plötzlich etwas Aufregung auf dem Boot. Und da sah ich es auch: Delphine, echte Delphine! Das Boot fuhr nun in rascher Geschwindigkeit im wieder im Kreis – es umkreiste praktische die Delphine. Die beiden sprangen noch 2 Mal aus dem Wasser. Was für ein Anblick, unglaublich! Delphine auf dem offenen Meer in ihrem natürlichen Lebensraum, dass werde ich so schnell nicht wieder vergessen.
(Ein entscheidener Moment ganz knapp verpasst!)
Mit dieser ganzen Aufregung verging die Rücktour richtig schnell. Und schneller als wie dachten erreichten wir wieder die Kanaleinfahrt von Key Largo.