Heute ist Sonntag, der 08. April 2007. Man hab ich gut geschlafen in der letzten Nacht. Heute hatte ich keine Schwierigkeiten aus dem Bett zu kommen. Ich bin aufgestanden und direkt vom Schlafzimmer durch das Wohnzimmer bis hin zum Balkon gelaufen. Da stand ich dann und schaute vom 21. Stockwerk auf den Atlantischen Ozean……
Ich hatte letztes Jahr auf unserer Weihnachtsfeier vom Sheraton Hotel einen Übernachtungsgutschein für 3 Übernachtungen im Le Meridian Sunny Isles gewonnen. Das witzige dabei ist, dass ich bei der Weihnachtsfeier gar nicht anwesend war. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass ich zu den Gewinnern zähle.
Also einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und erst als ich die Bilder auf der Webseite gesehen hatte, wurde mir klar, was da Schönes auf mich zukommen sollte:
Die Suite hat über 60 m² und ist ausgestattet mit einer komplett bestückten Küchenzeile mit Tresen (Kühlschrank, Geschirrspüler, Herd & Dunstabzugshaube, Teller, Löffel, Bratenzange….alles da!), einem Wohnzimmer mit Flat-TV, Waschmaschine & Trockner, Schlafzimmer und Badezimmer mit Wanne. Alles sehr modern eingerichtet ohne großen schnick-schnack, ganz nach meinem Geschmack! Aber das Schönste überhaupt: der Ausblick vom Balkon über den Atlantik und die Bucht von Biscane.
Blick von unserem Balkon ... beim Sonnenaufgang über dem Ozean...
... auf den Strand & Atlantischen Ozean ...
... auf die Bucht von Biscane ...
... bei Nacht auf die Bucht von Biscane ...
Hier ein kurzes Video beim Durchmarsch durch diese phantastische Suite:
Nachdem wir gemütlich gefrühstückt hatten, mußte ich mich dann leider für die Arbeit umziehen. An diesem Sonntag war ich wieder für Frühdienst eingeteilt. Allerdings mußte ich nicht vor 09:00 Uhr im Hotel sein. Melanie hatte so den ganzen Vormittag um den Strand zu geniessen. Ich rief kurz an der Rezeption an und bat darum, dass man meinen Wagen vorfährt. Dieses Hotel bietet nur "Valet Parking" an, was soviel bedeutet, dass dein Wagen von Hotelangestellten geparkt wird und diese Herrschaften dir deinen Wagen auch wieder zur Hoteleinfahrt vorfahren. Self-Parking (Selbst-Parken) wird hier nicht angeboten - auch in der nähren Umgebung gibt es keine Parkplätze. Das hatten wir am Abend zuvor schon ausgekundschaftet. Schliesslich sollte das Valet-Parking 20 USD pro Nacht kosten...aber wenn man schon für die Übernachtung keinen Cent bezahlt...
Im Sheraton Hotel war an diesem Vormittag nicht viel los, so dass ich nach 4 Stunden schon wieder im Auto Richtung Miami Beach saß. Im Hotelzimmer angekommen lass ich eine Nachricht von Melanie, dass sie am Strand zu finden ist. Kurz um meine Strandsachen angezogen und runter an den Strand. Dort verbrachten wir dann noch den ganzen Nachmittag!
Am Abend zeigte sich dann, wer von uns beiden länger in der Sonne gelegen hatte:
ohne Kommentar...
Wir wollten nun den Abend nicht im Hotelzimmer verbingen, obwohl die Aussicht vom Balkon schon zu einem kalten Bier und einem Glas Wein eingeladen hat. Wir entschlossen uns bis runter nach South Beach zu fahren und etwas über den berühmten Ocean Dr. zu flanieren. Dort angekommen schlenderten wir beide gemütlich über den Broadwalk, vorbei an den zahlreichen Restaurants & Bars. Wir haben ein einladendes Restaurant gefunden, wo wir auch noch einen Platz für zwei draussen direkt am Broadwalk ergattern konnten. Nachdem das Essen serviert war und ich meinen kleinen Salat fast aufgegessen hatte, sah ich im Augenwinkel etwas kleines schwarzes über den Boden kriechen. Im Nachhinein wünschte ich mir, ich hätte das nicht gesehen und vor allem ich hätte besser Melanie nichts davon erzählen dürfen! Was ich da gesehen habe war eine Kackerlacke...und wo eine war, sind weitere nicht weit entfernt. (ACHTUNG, jetzt wird es ecklig!) Und so war es auch: Direkt am Strassenrand lag wohl etwas essbares, worüber sich eine ganze Menge dieser kleinen fiesen Dinger hermachten. Mein Salat war fertig - Melanie auch. Sie hatte keinen Appetit mehr - verständlicher Weise! Ich versuchte der Kellnerin klar machen, dass wir an diesem Tisch auf keinen Fall mehr sitzen möchten. Sie plätzierte uns nicht weiter weg an einem anderen Tisch. Melanie versuchte noch einmal einen Happen runter zu kriegen, vergeblich. Als auch dort diese Tiere zu sehen waren. Ich verlangte nach der Rechnung - teilte aber auch mit, dass ich für das Essen von Melanie auf keinen Fall bezahlen werde. Zurück kam sie mit dem Manager. Ich machte ihm unsere Situation klar und ohne mit der Wimper zu zucken, erwiderte er, dass er uns einen Discount gibt. Als die Kellnerin wieder kam, entschuldigte sie sich mit den Worten: "Das ist Miami, damit muss man leben!". Ich öffnete das kleine Rechnungbuch und sah einen Discount von 20%. Die Kellerin war gerade um die Ecke, als ich direkt wieder nach ihr verlangt hate. Nun kam der amerikanisierte Nico in mir hoch: "Ich möchte noch einmal mit dem Manager sprechen!" sagte ich, " Die Rechnung für das Essen für die Lady werde ich nicht bezahlen!". Sie nickte und verschwand im Restaurant. Es dauerte keine Minute, da kam sie wieder und alles auf der Rechung sah so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das hat uns ungefähr 5 Minuten gekostet und ich wundere mich noch heute, ob alle anderen Gäste nichts gemerkt haben, von dem Ungeziefer um ihren Beinen herum? Spätestens als vom Hausmeister des Restaurants mindestens 5 Tiere vor dem Restaurant tot getreten wurden - wo sich ja auch Sitzplätze befunden hatten - wäre ich an deren Stelle aufgesprungen, hätte geschrien und wäre gegangen!
Mit einem Kribbeln am ganzen Körper sind wir dann wieder zum Le Meridien Hotel zurück gefahren...
Der Montag gestaltete sich für uns beide leider nicht so, wie wir uns das eigentlich gewünscht hätten, nämlich Hotel & Strand geniessen. Für mich war früh aufstehen angesagt, denn ich hatte mit Jorrit einen Termin mit den Verwaltern unseres neuen Apartments sowie einen Banktermin. Danach mußte ich um 12:30 Uhr im Hotel zu einem Training erscheinen und anschließend noch die Spätschicht schmeissen. Feierabend sollte gegen 23:00 Uhr sein. Für Melanie hatte sich der zweite "Strand-Relax-Tag" auch fast erledigt, da sie sich am Vortag teilweise so stark einige Körperstellen verbrannt hatte, dass mehr Sonne wohl echt richtig gefährlich werden könnte.
Nachdem ich die Spätschicht hinter mich gebracht hatte, konnte ich auf einen stressigen aber erfolgreichen Tag zurück blicken. Immerhin haben Jorrit und ich heute die Zusage bekommen, dass wir in das neue Apartment einziehen können; als wenn das noch nicht genug gewesen wäre, auch die Übergabe haben wir noch vor meinem Training heute vormittag erledigt. Jorrit hatte nun die Schlüssel und er wollte am Mittwoch einziehen. Ich sollte auf den Einzug noch eine weitere Woche warten, da es für mich und Melanie am Mittwoch erst einmal nach Los Angeles gehen sollte. Jorrit ist dann nach meinem Feierabend mit mir nach Sunny Isles mitgefahren. Wir wollten uns alle drei noch einen gemütlichen Abend mit Bier und Wein auf unserem tollen Balkon machen.
Als wir im Hotel angekommen sind und meinen Wagen vom Valet Guy parken liessen wartete Melanie schon ungeduldig im Zimmer mit Süssigkeiten und alkoholischen Getränken. Wir machten es uns auf dem Balkon gemütlich, stiessen auf unseren Erfolg an und ertranken nach und nach eine Flasche Bier nach der anderen.
Um 03:00 Uhr nachts, ich weiss nicht mehr wer auf die Idee gekommen ist, fanden wir uns am Strand wieder: "Nacht schwimmen!" Ich war der Einzige der sich um diese Uhrzeit in den Atlantik getraut hat - dann war ich es wahrscheinlich auch, der wohl die Idee dazu hatte...
Als der nächste Morgen anbrach und wir etwas verkatert aufgestanden sind, wurde mir bewusst, dass es schon Dienstag war - der Tag an dem wir wieder auschecken mussten. Zurück bleiben unbeschreibliche Eindrücke und Ausblicke von diesem Hotel direkt am Strand. Und auch Jorrit hat etwas mitgenommen, woran er sich immer erinnern wird, wenn er nun ins Bett geht....diese Kopfkissen sind wirklich unbeschreiblich weich!
Das Hotel hat uns 3 Tage & Nächte keinen Dollar gekostet und selbst das Valet Parking wurde uns am Ende nicht berechnet . . . das hat sich echt gelohnt! :-)